Gott behüte dich

Zuversicht und Hoffnung brauchen wir in diesen Zeiten besonders. Nicht Leichtsinn und Übermut, sondern Zuversicht und Hoffnung.

Natürlich sollen und müssen wir alle jede vorgeschriebene oder empfohlene Vorsichtsmaßnahme einhalten und ergreifen! Ich tue das, ganz gewissenhaft, so gut ich kann. Bitte tun Sie das auch! Wachsamkeit und Klugheit schützen uns und andere. Das ist für den Moment oft ungewohnt und bedeutet eine empfindliche Einschränkung der persönlichen Freiheit und gerade bei Älteren auch der Selbstständigkeit. Diese Klugheit, diese Einschränkung sind notwendig! Sie bedeuten gerade nicht, dass wir unsere Hoffnung aufgeben, sondern dass wir alles tun, damit unsere Hoffnung erfüllt wird.

Viele von uns werden in dieser Zeit aber auch dieses Gefühl kennen: Angst, vielleicht sogar aufsteigende Panik. Wenn uns dieses Gefühl beherrscht, sind wir nicht mehr handlungsfähig. Panik hilft uns nicht, sondern belastet uns. Gegen Panik und Angst können uns manche psychologische Tricks helfen, die in diesen Tagen vermehrt im Radio oder in der Tageszeitung erläutert werden. Das ist gut so. Vielleicht können Sie in den nächsten Tagen darauf achten.

Helfen können uns aber auch die alten Worte der Menschen, die vor uns auf Gott vertraut haben. Denn schon vor tausenden von Jahren kannten Menschen das natürlich, dass wir manchmal durch schwere Zeiten gehen müssen – und haben ihr Vertrauen in Gott gerade in solchen Zeiten beschworen, zum Beispiel in den Psalmen. In guten wie in schweren Zeiten sind Menschen seither durch ihre Worte getragen worden.

Wir sind mit unseren Sorgen und unserer Angst nicht allein! Können Sie sich vorstellen, wie viele Menschen in diesen ungefähr dreitausend Jahren aus den Worten der Psalmen Kraft und Trost erfahren haben? Mit ihnen allen zusammen stehen wir vor Gott. Wir können uns einreihen in diese große Gemeinschaft über die Zeiten hinweg, und wissen, dass Gott in jedem Fall immer bei uns ist und wir bei ihm, zum Beispiel wenn wir mit Worten aus Psalm 91 beten:

 

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt

und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

der spricht zu dem Herrn:

„Meine Zuversicht und meine Burg,

mein Gott, auf den ich hoffe.“

 

Er wird dich mit seinen Fittichen decken,

und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.

Denn der Herr ist deine Zuversicht,

der Höchste ist deine Zuflucht.

Es wird dir kein Übel begegnen,

und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

 

Denn er hat seinen Engeln befohlen,

dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

dass sie dich auf den Händen tragen

und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

 

Gott behüte Sie!

Ihre Pfarrerin Zöllich

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