„Danke schön!“

„Wie sagt man, wenn man etwas bekommt?“ Wie oft wir das wohl gehört haben, bis wir erwachsen wurden? Und manchmal freiwillig und oft auch widerwillig kam uns dann das kleine
Wort „Danke!“ über die Lippen.

„Wie sagt man, wenn man etwas bekommt?“ Wie oft wir das wohl gehört haben, bis wir erwachsen wurden? Und manchmal freiwillig und oft auch widerwillig kam uns dann das kleine
Wort „Danke!“ über die Lippen.

Danke sagen, ist ein Teil unserer Kultur. Es gehört zu Anstand und Höflichkeit, sich zu bedanken. Der ritualisierte Dank ist gängige Floskel im öffentlichen Auftritt: „Ich bedanke
mich für die Einladung“, „… das Wort“, „…die Möglichkeit…“ und am Ende „…für Ihre Aufmerksamkeit.“ Das Wechselspiel von „Bitte sehr“ und „Danke schön“ ist im gesellschaftlichen Miteinander in unserer Kultur immer noch üblich – und ich genieße es!

Doch „Danke-Sagen“ ist ja nicht nur eine Frage des Anstandes. Im Dank kommen Anerkennung und Wertschätzung für einen anderen Menschen und sein Tun ebenso zum Ausdruck wie die Ahnung, dass nichts selbstverständlich ist und alles „Geschenk“. Es erinnert uns daran, dass wir Menschen Unterstützung und Hilfe benötigen, Zuwendung und Beziehung. Dass ich alles kann, ist unrealistisch. Dass ich es darum nötig habe, dass mir andere helfen oder mir Dinge in den Schoß fallen, das gilt es anzunehmen. „Danke“ ist das Wort, in dem diese Erkenntnis zum Ausdruck kommt. Dass sich jemand für uns einsetzt, das ist nicht selbstverständlich. Der Dank ist die Anerkennung dafür.

Freilich macht auch dabei der Ton die Musik. Ein freundliches „Danke“ höre ich gerne, aber das scharfe „Danke“ zur unpassenden Zeit, verkehrt den Dank in beißende Kritik, bringt Missfallen und Ärger zum Ausdruck.

„Danke-Sagen“ funktioniert in unterschiedlichen Kulturen durchaus verschieden. Ich denke jetzt nicht daran, dass man den Schwaben unterstellt, bei ihnen gelte: „Nicht geschimpft ist genug gedankt“, sondern daran, dass es Kulturen gibt – etwa in Japan oder China, bei denen der Dank körperlich, zum Beispiel durch eine Verbeugung, zum Ausdruck gebracht wird.

Dabei gilt, dass derjenige, der im Rang niedriger ist, sich tiefer zu beugen hat als der Höherstehende. Und schließlich haben Wissenschaftler Jäger- und Sammlergesellschaften – etwa die Maniq in Südthailand – entdeckt, in denen es kein Wort und keine Gesten für das „Bedanken“ gibt. Ihre Theorie dazu: „Bei Jägern und Sammlern ist das Teilen so selbstverständlich, dass es kein Danke braucht“, mag schlüssig sein. Und dennoch würde mir was fehlen: Denn ein echtes „Danke“ verdankt sich der „Dankbarkeit“ – und die ist ein schönes Gefühl!

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